Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken....



IOCH

inkomplette Ossifikation des condylus humeri



Daten

Besitzer: Timm Eberle
Name des Hundes: Dax-Indiana Weidelsburg
Rasse: Deutscher Wachtelhund
Geschlecht: Rüde, unkastriert
Geb.-Datum: 17.11.2011 / bei Diagnose der IOCH 3 Jahre alt


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Vorgeschichte

Indi wurde im Alter von 15 Monaten geröntgt und durch einen Gutachter nach FCI mit HD B und ED frei ausgewertet.

Indiana ist für einen Rüden dieser Rasse sehr klein und auch sehr schmächtig gebaut. Er hat ausgestellte Ellbogen und die sogenannten "Hasenpfoten" (nach außen gedrehte Vorderpfoten).
Er ist Allergiker auf Futtermilben, Hausstaubmilben, Grasmilben, etc. Er reagiert mit Juckreiz und stark tränenden Augen.

Oktober 2013. Nach einer Drückjagd lahmt der Hund auf dem rechten Vorderbein. Diagnose durch unsere TÄ: Muskelfaserriss. Festgestellt durch Blutuntersuchung. Heilung dauerte bis Mai 2014. Danach lahmfrei, trotz Belastung.
Der Hund wird ab Oktober 2014 jedes WE und teils unter der Woche auf Drückjagd geführt.

Ende Dezember 2014. Nach einer Drückjagd lahmt der Hund erneut. Zuerst auf dem rechten Vorderbein, einen Tag später kurzzeitig wechselseitig und zwei Tage später auf dem linken Bein. Die Lahmheit auf dem linken Bein nimmt zu und wird von Tag zu Tag stärker.

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Diagnose

Im Januar 2015 werden Röntgenbilder angefertigt. Leider waren diese, wie später erkenntlich, nicht aussagekräftig genug. Zuerst ging man von Sklerosierungen und Verkalkungen im Carpalgelenk aus aufgrund der extremen Schiefstellung desselben. Desweiteren waren auf dem Bild Ränder an Elle und Speiche zu erkennen die auf eine Panostitis schließen lassen. Deutlich sichtbar war nur dass Elle und Speiche ein unterschiedliches Längenwachstum zeigen.

Indiana wurde zuerst mit Cimalgex und dann mit Phen Pred anahnd der Diagnosen behandelt. Die Lahmheit verstärkte sich allerdings und wurde nicht besser. Der Hund konnte letztendlich kaum noch auftreten.

Im Februar sind wir per Überweisung nach Braunschweig in die Fachtierarztpraxis am Erzberg gefahren. Dort wurde ein CT von beiden Vorderläufen, Schulter und Hals gemacht.
Diagnose: IOCH im linken Ellbogengelenk.

Mit Genehmigung durch die Tierklinik am Erzberg in Braunschweig darf ich die folgen Bilder vom CT und Röntgen für meine HP verwenden.





Das Endstück des Oberarmknochens hat nach der Geburt zwei Ossifikationskerne (Knochenkern. Gewebezone von der die Ossifikation/Verknöcherung ausgeht). Wird die Verschmelzung des mittig und seitlichen gelegenen Gelenkkopfes des Oberarmknochens, der an der Bildung des Ellenbogengelenks beteiligt ist, gestört entsteht die IOCH. Demzugrunde liegt auch das unterschiedliche Längenwachstum von Elle und Speiche. Im CT konnte man deutlich die Aufhellungslinie sehen die hierfür kennzeichnend ist.

Ich habe mir Dogbase zugelegt und dort sämtliche Fälle von IOCH genau recherchiert. Im Laufe der Zeit wurden mir auf privatem Weg noch weitere Hunde genannt. Anhand dessen konnte ich einige Parallelen erkennen und mich mit anderen Personen austauschen die mein Anliegen unterstützen. Es gibt nicht viele Wachtelhunde (im Vergleich zu anderen Jagdhunderassen gesehen) und die Augen vor Krankheiten zu verschließen ist nicht der Weg den man gehen sollte.

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Behandlung

Am 24.02.2015 wurde Indi in Braunschweig operiert. Vorab, diese Fachtierarztpraxis ist mehr als nur zu empfehlen. Super nette Behandlung von Mensch und Hund, Erklärungen die man versteht und Infos ohne groß nachfragen zu müssen. Nach der OP haben sie auf eigene Kosten erneut ein CT und Röntgenbilder gemacht. Auch diese durften wir mit nach Hause nehmen.







10.45 Uhr sollten wir da sein, 10.47 Uhr waren wir dran. Kurz Gespräch noch mal, wir hatten aber schon beim ersten Termin soweit alles geklärt. Indi bekam die Narkose und dann sind wir gegangen. Da war es so 10.57 Uhr. In der Zwischenzeit sind wir mit den anderen Hunden gelaufen, haben was zu Mittag gegessen und dann klingelte auch schon um 12.40 Uhr das Telefon. Wir wurden direkt nach der OP angerufen und darüber informiert das alles geklappt hat, es Indiana gut geht und wir um 15.30 Uhr kommen dürften. So sind wir noch ein wenig shoppen gegangen, haben einen Kaffee getrunken und sind erneut eine Runde mit den Hunden gelaufen. Dann wurde ich unruhig und wollte zur Praxis. 15 Uhr waren wir da und es war gut, denn Indi wurde schneller wach als es normal üblich ist. So konnten wir um 15.10 Uhr bereits zu ihm. Er kam uns auf allen vier Beinen entgegen. Zwar etwas wacklig, aber die Rute wedelte ganz dolle. Der behandelnde TA erklärte uns anhand der Bilder genau was er gemacht hat, was wir beachten müssen und beantwortete in Ruhe ohne Hektik unsere Fragen.



Indiana muss 6 Wochen geschont werden. Die erste Woche ist die Wichtigste. Er darf unter keinen Umständen springen, toben, Treppen laufen, etc... Am Besten wäre wenn er einfach nur liegt, aber das ist bei einem Hund nicht möglich. Er darf laufen, kontrolliert an der Leine im Geschirr. Die Zeiten dürfen täglich gesteigert werden. Um 16:15 Uhr durften wir dann mit dem Hund nach Hause fahren.

Die OP lief wie folgt ab, soweit ich das alles richtig verstanden habe ;-)
Seitlich zum linken Ellenbogengelenk wurde ein Einschnitt in die Haut über der Knochenvorwölbung des seitlichen Oberarmknochens vorgenommen. Dann wurden die Muskeln die im Gelenk für die Streckung verantwortlich sind gespreizt. Durch eine Zange wurde der Gelenkkopf des Oberarmknochens zusammengedrückt. Dann wurde ein Gleitloch (Vorbohren dem Außendurchmesser der Schraube entsprechend) mit einem Durchmesser von 4,5 mm im Gelenkkopf des Oberarmknochens angelegt. Dann wurde ein Gewindeloch von 3,2mm in der Gelenkrolle des Oberarmknochens angelegt. Dies geschah durch Kopfraumfräsen. Dies verringert das Risiko von Frakturen während der Anbringung von Knochenscharuben sowie das Hervortreten des Schraubenkopfes. Anschließend Fixation mittels 4,5mm Zugschraube (diese Schraube dient zur Kompression, wird ohne Platte verwendet und reduziert den Spalt). Dann erfolgte das schichtweise verschließen der Wunde von Muskulatur ausgehend über Fascie, Unterhaut und Haut.

Die erste Nacht verlief etwas unruhig. Indi durfte mit ins Schlafzimmer was ansonsten für alle Hunde Tabu ist. Wir nahmen seine Kudde mit hoch, Timm hat ihn getragen und drin abgesetzt. Er schlummerte auch sofort wieder ein. Herrlich....falsch gedacht. Ich muss grad eingeschlafen sein da jammerte er los. Nicht wegen Schmerzen sondern wegen Narkosenachwirkung. Hand leicht runter, beruhigen, schlafen. Später wurde er dann wach....genug geschlafen, was kann ich anstellen. Er taperte im Zimmer rum und schnüffelte überaus laut alles ab. Hund wieder in die Kudde befördert. Vielleicht noch mal ne Stunden geschlafen wachte ich auf weil ich einen Schuh ins Gesicht gedrückt bekam. Indi hatte erneut Langeweile und fand meine Hausschuhe vorm Bett. Die drückte er mir im Abstand von Stunden ins Gesicht. Gegen morgen bekam er dann lautstark Durst und soff den Napf halb leer. Okay, vielleicht ist mein Schlaf auch zu leicht, ich wurde wieder wach. Als er dann endlich müde war, klingelte der Wecker. Der Tag war anstrengend weil ich ständig gucken musste was er macht. Trotz aller Absperrungen hatte ich lieber 10 Augen auf ihn gerichtet.

Nachmittags ging es dann zur TÄ zur Wundkontrolle. Ich war gespannt wie die Naht aussieht und war erstauunt dass es keinerlei Schwellungen gab und sie auch gar nicht so groß ist. Es kam ein neuer Verband dran den ich morgen abnehmen darf. Dann muss er nur noch Strumpf tragen für die nächsten Wochen.




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26.2.-04.03.15

Die Nacht vom 25.2.-26.2. verlief super ruhig.
Und...eigentlich nicht wirklich möglich, aber da ich Argusaugen habe und mir eher etwas "schlecht rede" als schön rede.....
Indi lief ja zu 100% schlecht. Mittwoch lief er so ca. 70% noch schlecht. Er lahmt schon deutlich. Am Donnerstag, gehe ich am Morgen eine Mini-Runde von 5 Minuten um die Wiesen hinter unserm Haus. Ich gehe so und schaue auf den Hund, schaue und schaue. Aber Tatsache, er läuft zu 50% besser. Wenn er langsam geht und dabei schnüffelt sieht man nichts, wenn er etwas schneller läuft und Kopf oben hat lahmt er zwar aber der Kopf nickt dabei nicht mehr auf und ab. Ebenso kann er sein Bein wenn er steht oder sitzt wieder ab und an aufsetzen. Ich bin sprachlos und noch nicht euphorisch. Sind ja grade mal 2 Tage. Er bekommt das Schmerzmittel so dosiert dass es nicht als Schmerzmittel wirkt sondern als Entzündungshemmer und das auch nur für ein paar Tage. Er bekommt kein AB.

Am 02.03.15 lief Indi bereits so gut dass man genau hingucken musste um zu sehen das er nur noch leicht unrund läuft. Er ist nun natürlich so agil dass es schwer ist ihn zu bremsen.

Die ersten Wochen durte er morgen 5 Minuten laufen. Mittags 20-30 Minuten und Abends nochmal 5 Minuten. Diese Zeiten wurden mit jeder Woche etwas erhöht. Indiana lief nie frei, er durfte nicht toben und keine Treppen steigen und schon gar nicht springen.

Am 04.03.2015 wurden die Fäden 3 Tage vor ihrer Zeit gezogen. Indiana hat sehr gutes Heilfleisch und da er ständig an die Naht gehen wollte auf einmal bin ich zur TÄ ums Eck um meine Vermutung bestätigen zu lassen. Raus mit den Dingern. Leider hat sich neben der Naht Flüssigkeit angesammelt gehabt. Nun wird die Stelle mit Heparin-Salbe geschmiert. Seinen Strumpf trägt er nur noch wenn wir rausgehen.

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05.03.-13.03.15

Die Beule neben der Naht wurde dicker und so sind wir am 07.03. abends zu unserer TÄ gefahren. Sie hat das Ei punktiert und Fotos von Vorher und Nachher gemacht. Diese per Mail nach Braunschweig geschickt wo er operiert wurde um nachzufragen was sie dazu meinen.
Indi war sehr tapfer. Den Trick, dem Hund an die Nase zu pusten um ihm abzulenken kannte ich bis dato nicht. Es hat aber super funktioniert. Er bekam zwar eine lokale Betäubung, dennoch ist punktieren schmerzhaft. Pusten an die Nase hat bewirkt dass er so abgelenkt war dass er gar nicht wirklich mitbekommen hat was passierte. Er hat weder gezuckt oder andere Reaktionen gezeigt. Es liefen gut 8ml rosarote Suppe raus. Gott sei Dank kein Eiter.

Vorher Nachher


Nur knapp eine Stunde später war die Beule erneut da. Die Antwort aus BS kam recht zügig, wir sollten nichts machen, der Hund müsste das von alleine resorbieren können. Weiterhin schonen und aufpassen das er nicht springt, etc...
13.03.2015 - die Beule ist nur noch minimal vorhanden. Er bekommt seit 5 Tagen Arnica Globuli. Wir hoffen dass er das Ding bald vollständig resorbiert hat.

Ansonsten bin ich weiterhin an meiner persönlichen IOCH Recherche dran.

Die Sekretbeule an der Naht hatte sich teils gut zurück gebildet. Allerdings ist nun unter der Naht ein harter Knubbel der sich anfühlt wie Knochen, also steinhart. Abwarten und schauen wie sich das entwickelt ist zwar nicht meine Stärke, aber wir können sonst nichts weiter tun.
Er läuft sehr gut, teils noch unrund, aber es liegen ja noch 3 Wochen Schonzeit vor uns.

22.03.15
Käferchen wird nun auf längere Runden getrimmt. In 2 Wochen darf er wieder Leine los. Da üben wir mal für.



10.04.15
Indiana darf zum Teil wieder ohne Leine laufen. Natürlich rennt er als ob er noch nie hätte frei laufen dürfen. Wie ich es befürchtet habe humpelt er nach so einer Runde leicht. Nach etwas Ruhe läuft er wieder normal. Alles nicht so schön. Auch wenn ich mir sage Hauptsache er hat keine Schmerzen mehr, die Hoffnung das er doch noch mal stöbernd jagen darf schmilzt stetig dahin.

20.04.15
Das anfängliche humpeln hatte sich gelegt. Seit gestern gibt es außer schwimmen auch Radfahren für den Bert. Er lahmt nicht danach, auch nicht am Tag später. Optimistisch bin ich zwar immer noch nicht, aber mal schaun wie es sich entwickeln wird.

28.04.15
Indiana läuft nun wieder komplett frei, da wo es geht und es nicht zu wildreich ist. Es gibt weiterhin Schwimmen und Radfahren. Letzteres wird langsam erweitert. Er darf auch wieder mit den anderen Hunden toben. Bislang gibt es keine Probleme. Das Kontrollröntgen haben wir etwas verschoben und werden es die nächsten Wochen in Angriff nehmen. Die Beule an dem Ellbogen ist geblieben. Sie ist steinhart, scheint ihn aber nicht zu stören. Nach all den Strapazen genießen wir es einfach nur dass er schmerzfrei laufen kann. Momentan ist es schnuppe ob er wieder jagen gehen darf. Hauptsache er ist soweit gesund dass er ein normales Hundeleben führen kann.

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Kontrollröntgen

Am 03.06.2015 war ich mit Indi zum Kontrollröntgen. Ergebnis: Alles sitzt genau so wie es sein soll. Die Schraube ist komplett vom Knochen aufgenommen worden. Keine Lücke mehr zu sehen.

Mit Genehmigung durch den TA Dr. Wappler in Hessisch-Lichtenau darf ich das Bild auf meiner HP veröffentlichen.


Seine erste echte Nachsuche (okay, Aston war als Loshund dabei aber bei mir und wir haben am Rande des Geschehens gewartet) hat Indiana mit Bravour gemeistert. Er hat den Überläuferkeiler nach ca. 80m gefunden. Das er sich sofort drauf gestürzt hat nehmen wir ihm mal nicht krumm, aber das muss noch verfeinert werden. Endlich mal wieder leuchtende Käferaugen.

Desweiteren habe ich nun meinen Bericht für die DWZ vom VDW fertig und bin weiter am rechererchieren über die IOCH. Und noch lange nicht fertig..... ;-)) Näheres dazu wird in neuen Rubriken dann zu lesen sein.

Im Winter, wenn alles weiter so gut läuft, wird Indiana 2-3 Drückjagden laufen dürfen. Danach fahren wir erneut zum Röntgen. Sollte immer noch alles sitzen und 2016 geht ebenfalls ohne Probleme vorbei dann "riskieren" wir es und lassen ihn die DJ-Saison 2016 auf mehr als 2-3 Jagden stöbern gehen.

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Hahn in Ruh? Sicher nicht.

Wir haben das Tempo etwas angezogen und Indiana durfte regelmäßig trainieren, mit Pausen, dann in voller Länge. Er durfte auch zum ersten Mal wieder mit seiner einzigen nicht zum Rudel gehörenden Hunde"freundin" toben. Er mag ja so gut wie keinen Hund leiden, außer eben diese eine. Ergebnis: Er lahmt. Von daher ist seine Jagdkarriere definitiv vorbei. Glückwunsch und ganz herzlichen Dank im Namen von Indiana.

Ein Wort an die geneigten Leser die seltsamerweise genau diese Seiten über IOCH tagtäglich mit horrenden Klicks besuchen. Entweder interessiert es tatsächlich Leute was IOCH ist und wie man damit am Boden liegt oder aber es ist die pure Neugier (so formuliere ich es mal auf nette Art und Weise) nach neuen Infos was ich noch so vorhabe. Es sei hierzu gesagt...als ob ich das auf meine HP stellen würde. *hahaha*. Hahn in Ruh? Sicher nicht!!!

Es mag ja Leute geben mit IOCH Hunden die allesamt nett ihren Mund halten, noch nicht mal das Rückgrat haben diese Hunde zu melden, etc... . Ich bin stolz nicht zu solchen Schweigern zu gehören. Es wird sicher mal wieder Neuigkeiten geben. Nur welche könnten das sein?

Weiteres dazu gibt es ab sofort unter der Rubrik "Quo vadis Wachtelhund".

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Jagerei

Etwas spät, aber das obige Posting vom 10.08.15 muss ich vorübergehend zurück nehmen und zwar in Bezug auf das Lahmen am operierten Bein. Wie es nun scheint hatte er sich damals schlichtweg vertreten. Er bekam Cimalgex und weiterhin seine Gelenk-Kur-Mischung. Nach einigen Tagen lief er wieder völlig rund. Mir bereitet so etwas immer große Sorge und ich achte mit Argusaugen auf den Hund. Wir machten weiter mit schwimmen, Radfahren und Training. Er lahmte bis heute nicht mehr auf dem operierten Bein. Dafür aber auf dem rechten und zwar immer nur dann wenn er meint Sprungweltmeister werden zu müssen. So sprang er letztens vom Hochbeet (wo er gar nicht rein darf) runter auf die Terrasse. Direkt danach hielt er die rechte Vorderpfote hoch. Dann hatte er mit Aston ausgiebig getobt und dabei einige Bremsmanöver hingelegt. Ebenfalls danach, lahmen auf rechter Vorderpfote. Da Indiana stark ausgestellte Vorderpfoten besitzt könnte es daran liegen. Das Lahmen hält sich 1-2 Tage und ist dann weg, ohne Gabe von Schmerzmitteln. Wir müssen das weiter beobachten und ggf. die Vorderpfoten nochmal checken lassen bzw. sein Laufen von einer Physio beurteilen lassen. Nicht dass er links operiert eher "schont" und deshalb rechts so Beschwerden hat.

Wir hatten schon vor einigen Wochen eine kleine Maisjagd gemacht wo drei Sauen zur Strecke kommen konnten. Indi durfte nicht mit. Letzten Donnerstag gab es erneut eine Maisjagd wo auch ein Grabensystem anschliesst das von Schwarzdorn und Co. durchwuchert ist. Ich habe mit mir gerungen und mir selber ins Gewissen geredet. Das, was ich bei Jamie praktiziert habe, sie ihr Leben genießen lassen auch wenn ich es damit täglich verkürze....warum nicht bei Indiana auch? Das Risiko ist da, dass die Schraube nicht hält, aber auch wenn man ihn gut anderweitig beschäftigen kann, in mir nagte es einfach und so habe ich kurzerhand beschlossen Indiana geht mit auf die Maisjagd. Fazit: Er kreischte non Stop durch die Gegend. Egalb ob er an Wild war oder nicht. Was nun aber nebensächlich ist für uns, denn....er hat eine Stunde non Stop gejagt und nicht gelahmt!!! Auch nicht am Tag danach. Als er mit Timm zurück kam, völlig verdreckt und müde und mit glänzenden Augen, da habe ich beschlossen es zu riskieren. Sollte die Schraube nicht halten, dann gibt es noch die Möglichkeit einer erneuten OP wie man mir sagte. Das wäre dann zwar definitiv das Aus für die Jagd und ein erneuter immenser Kostenfaktor, aber nicht das Aus für den Hund. Was für ein inneres hin und her. Er wird definitiv auf unserer Drückjagd im Revier mitgehen und einer Freundin haben wir auch zugesagt. Danach gucken wir weiter. Wenn alles gut geht gibt es noch 2-3 und danach erneut Kontrollröntgen. Für Frauchens Sicherheitsbedürfnis.

Das ist übrigens auch ein Grund warum ich Leute angerufen habe die ebenfalls Hunde mit IOCH haben/hatten. Ich wollte nur ihre Erfahrungen hören und ob die Hunde noch jagen können. Nichts anderes. Solche Erfahrungsberichte sind sehr wichtig wenn man selber vor dem Problem steht was ist richtig oder falsch. Aus Erfahrungen anderer kann man nur lernen. Ich hoffe im Sinne von Indiana zu entscheiden und schiebe deshalb mein Ego völlig auf Seite. Ich will ihn nicht so jung verlieren, aber ein Hund weiß nicht was Alter ist. Er will seinen Bedürfnissen nachgehen und die haben Vorrang vor dem menschlichen Ego. So schwer das auch ist.

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1. Jagd nach OP

Am 07.11.2015 fand bei sonnigen 18 Grad die erste Drückjagd in unserem Revier statt und somit die erste Jagd für Indi nach der OP von vor 8 Monaten und 2 Wochen auf den Tag genau. Wir sind wie immer mit den Hunden durchgegangen, was bei den Temperaturen für Hund und Mensch extrem anstrengend war. Die ersten 5 Minuten hat Indi nur sinnlos rumkrakelt. Ich sag mal, er musste seinem Triebstau Luft machen, um es nett aus zu drücken.... Einige Zeit später hat er sich dann etwas besonnen und man konnte seinem Laut glauben schenken.

Die erste Sau hat er nach einer halben Stunde hochgemacht, verfolgt und der 90kg Keiler konnte erlegt werden. Die zweite Sau bekam ich ab. Urplötzlich kam ein riesen Schlachtschiff auf mich zu so dass ich nur noch auf Seite springen konnte. Nach Indi gebrüllt der sofort ankam und die Fährte aufnahm. Auch diese Sau kam zur Strecke.



Dann, nach 3/4 der Jagd, kleine Schocksekunde. Indi lahmt an seinem operierten linken Bein. Pfoten und Bein untersucht und nix gefunden. Was tun? Nix. Weiter laufen lassen denn Indiana biss sich in die Pfote und schüttelte diese. Er lief noch kurz unrund und dann wieder normal. Am Ende der Jagd war der Wachtel und auch die anderen Hunde völlig erledigt. Sie hatten viel zu tun und das Wetter tat sein übriges.



Sowohl am nächsten Tag als auch bis Heute hat Indiana nicht einmal gelahmt. Warum auch immer er bei der Jagd kurz gelahmt hatte an der OP kann es eher nicht liegen. Hoffen wir. Die nächsten Jagden stehen nun bald an und da diese dann kurz hintereinander stattfinden wird sich zeigen ob alles so gut hält wie es sein sollte.

Nebensächlich noch erwähnt sei, dass der Wachtel vor 4 Tagen einen zweiten Geburtstag erlebt hat. Während ich nur noch sah dass das Auto ihn frontal erwischt, hatte es wohl nur ein paar Haare getroffen und der Wachtel blieb unversehrt. Aber diesen Anblick möchte ich nie nie wieder haben. Der blöde Köter weiß sowas von genau dass er nicht nur unsere Katzen nicht jagen darf, sondern auch alle anderen. An diesem Freitag den 13. aber meinte er, ich habe das verlernt und so entkam er nur mit einem Wachtelhaar einem Frontalzusammenstoß. Das Auto konnte in keinster Weise mehr ausweichen oder bremsen. Das ich an dem Tag auch noch in Fuchspi.....e gefasst habe, mir Desinfektionsmittel in eine offene Wunde gerieben und aus Versehen Pfefferspray im Rucksack ausgelöst habe sei nur als kleine Freitag der 13. Anekdote kurz erwähnt.

Fortsetzung folgt...

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2. und 3. Jagd nach OP

Am 28.11. und heute am 05.12.2015 fanden die nächsten beiden Jagden für Indiana statt. Letztes WE war er anfangs wieder kreischlaut, hat sich dann aber recht schnell eingependelt. Gelahmt hat er nicht.

Heute dann die Jagd mit 2 Treiben. Also knappe 5 Std. Jagerei mit Pause zwischendrin. Indiana hat unglaublich Klasse gejagt. Völlig korrekter Laut und gestöbert wie noch nie in seinem Leben. Eine kranke Sau kam auf sein Herrchen zu und der Wachtel hat ihr den Weg abgeschnitten. Es kam noch eine DL Hündin dazu und gemeinsam bedrängten sie die Sau. Dann konnte Herrchen einen Schuss abgeben, getroffen, die Sau wollte aber nicht und dann packte Indiana sich die Sau und hielt sie feste bis Herrchen sie abfangen konnte. Es war das erste Mal dass die beiden zusammen ein Schwein erlegt haben und ich bin sehr stolz auf den Wachtelbert dass er das so super hinbekommen hat. Deshalb gibts auch ein Foto von seiner ersten mit Herrchen zusammen erlegten Sau.



Die DL Hündin wurde leider von der Sau geschlagen als beide Hunde sie bedrängt hatten. Sie hat heftig eins auf die Schulter bekommen und fiel für das 2. Treiben aus da sie stark lahmte. Hoffentlich geht es ihr bald wieder besser. Genau das ist mir ja mit Aston vor 3 Jahren passiert als ihm ein starker Keiler eins verpasst hat. Er hatte gott sei dank seine Weste an, aber wir mussten uns tagelang mit Schmerzmitteln vergnügen damit die dicke Schulter wieder weg geht und der Hund wieder laufen konnte.

Es lagen 8 Sauen, 2 Rehe und 1 Fuchs. Bei der Übergabe der Brüche hat der Jagdleiter etwas sehr feines gemacht. Er hat Timm stellvertretend für alle Hundeführer nach vorne gegeben und ihm einen Bruch (für alle) überreicht. Das ist mal eine sehr feine Geste.

Und das Wichtigste....der Wachtelbert lahmt nicht. Trotz dieser sehr anstrengenden Jagd. Ich bete dass es so bleibt. Für den Hund! Nach der Jagd bekam Indi von Herrchen eine ganze Schmandwecke zu fressen als Belohnung und als Nachtisch einen Bauchlappen vom Reh. Nun gibts erstmal Jagdpause da wir für Indi ja nur begrenzt Jagden angenommen haben da nicht abzusehen war wie das mit der Schraube funktioniert. Mal sehen, vielleicht mogeln wir uns noch in die eine oder andere zusätzliche Jagd hinein.

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Fazit nach der 1. Jagdsaison

Für einen Wachtelhund nicht wirklich viele Jagden, aber für einen Wachtelhund mit Schraube im Gelenk wo man nicht wusste was passieren wird eine Menge Jagden. Indiana hat nun 10 Jagden hinter sich. Davon 2 Jagden wo es 2 Treiben gab und der Hund den ganzen Tag im Einsatz war. Ab und an hat er leicht gelahmt. Einmal haben wir einen dicken verknoteten Haarballen als Übel enttarnt und ein andermal eine offene Stelle seitlich an der Pfote. Bei der letzten Jagd konnten wir es an nichts fest machen warum er leicht lahmte. Natürlich immer seine linke operierte Seite. Heute läuft er immer noch leicht unrund aber ich persönlich glaube nicht dass es an der OP liegt sondern eher dass ihm seine krummen Pfoten Probleme bereiten. Dieses Lahmen war aber immer nur wirklich sehr leicht und kein Grund zu großer Besorgnis.

Nun ist die Saison vorbei und wir werden wieder viel mit ihm Radfahren, Schwimmen, Trainieren und Spaß haben. Ihn weiterhin stetig belasten und beizeiten ein erneutes Röntgen angehen. Für Indiana hoffen wir das es so bleibt wie es jetzt ist. Dieser lebenslustige und extrem gelehrige Kerl hat es einfach verdient und ehrlich gesagt, wir auch.

Ein weiteres Update wird nun etwas dauern. Hoffentlich mit weiteren positiven Berichten.

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