Ich kam schon oft mit leeren Händen von der Jagd zurück - doch noch nie mit leerem Herzen.
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Doggies Diary 2011 - 2012

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22.05.2012 - Schwein gehabt

Was in den letzten zwei Wochen so geschah.....

Indiana ist nun schon 6 Monate alt und es ist immer noch, trotz seiner Capriolen, eine Freude ihn zu haben. Er wächst und gedeiht, nur leider bleibt das Hirn beim Wachstum weiterhin unberücksichtigt. Erstmal wird alle verwertbare Energie ins Höhenwachstum gesteckt und wenn da dann noch was übrig bleibt geht es in die Abteilung Blödsinn im Sinn. Kann er doch mittlerweile gut alleine bleiben so hat er immer noch ab und die Phase dass er alles was nicht irgendwie festgenagelt oder zu schwer ist durch die Gegend schleppt. Naja, immerhin macht er nichts mehr kaputt dabei. Er ist ganz sein Herrchen, nur Chaos macht Sinn *g*. Wir sind eifrig dabei um unser Haus herum alles ordentlich zu machen und alsbald wird es dann auch endlich einen sicheren Zaun geben. Bis dahin ist Indi, wenn er draußen alleine ist, an der langen Laufleine. Letztes WE ist er glatt 7!!! mal abgehauen. Entweder ist er drüben bei Timms Eltern, oder gegenüber bei den Nachbarn oder er ist hinter den Kindern her. Immerhin ist er verlässlich in seinem Tun und stromt nicht wahllos durch die Gegend.

Warum aber haben wir Schwein gehabt? Jaaaa....das dauert nun was länger....

Ich wollte gerne mal ein Schwein schießen. So lange schon bin ich nachts mitgegangen um zu beobachten wie sich Sauen verhalten, wie anders man diese jagd als z.B. Rehwild, etc... Es war jedes Mal anders und es war immer sehr faszinierend wie intelligent und wachsam Schwarzwild ist. Mond hatten wir die letzte Woche über nicht wirklich. Die Wildkamera zeigte dass eine Rotte Sauen sehr früh morgens gegen 2-3 Uhr kam und ein einzelnes Stück noch eher, nämlich gegen 22-23 Uhr. Das einzelne Stück, welches extrem auffällige riesengroße Teller besaß, schien ein Überläufer zu sein, aber nur anhand einer Kamera kann man dies natürlich nicht beurteilen.

So ging es dann mitte voriger Woche spät Abends raus. Der Wind stand gut und wir saßen kaum eine halbe Stunde da knackt es im Gebüsch. Es wird immer lauter und auf einmal schießt ein Bock auf den Wildacker gefolgt von einem zweiten Bock der den ersten über den Acker jagd. Der erste machte sich schnell davon und der Gewinner blieb auf dem Acker stehen. Und was sahen meine Augen, es war "mein" Bock, den den ich schon lange im Auge habe. Mein Freund fragte leise...willst Du ihn schießen...ich überlegte kurz, aber verneinte. Irgendwie wollte ich auf die Sauen warten. Und das taten wir dann auch. Warten. Der Bock zog wieder in den Bestand und fing auf einmal an zu schrecken. Er wurde immer lauter und schreckte was die Lunge hergab. Dann war es still. Totenstill. Kein Vogel, nichts war mehr zu hören. Bis es kurz danach im Gebüsch wieder knackte. Fernglas langsam hoch und auf einmal guckt mich eine Sau an. Puh, es war zwar schon sehr dunkel, aber ja, diese Teller waren unverkennbar. Sie lugte aus dem Gebüsch, trat aus, späte kurz über den Acker, drehte sich rum und zog wieder ins Gebüsch ein. Das wars. Man konnte sie nicht ansprechen und sie tauchte auch nicht mehr auf. Gegen 24 Uhr war es dann wahrlich zu finster um ordentlich ansprechen zu können, geschweige denn zu schießen.

Ein paar Tage später, am Freitag dem 18. Mai sind wir wieder zusammen auf Ansitz gegangen. Zusammen deshalb weil auf dem Weibertstein unterm Dach eine Hornisse ihr Unwesen treibt. Sie kann zwar eigentlich nicht in den Sitz hinein, aber meine Angst vor diesen Tieren ist unermesslich groß. Zumal ich schon gegen Wespen sowas von allergisch bin, wie mag es dann erst bei einer Hornisse sein. Wir waren früh dort, gegen 21 Uhr. Hinsetzen, Waffe laden, in die Ecke stellen, Fenster auf und die wunderbare klare Luft einatmen. Wir genossen den schönen Ausblick, lauschten den Vögeln die noch ihren letzten Singsang verbreiteten bevor es zum schlafen geht und beobachteten die zwei Hasen auf dem Wildacker. Dann...ein knacken im Gebüsch. Ein lautes, gefolgt von einem noch lauteren. Da drin ist was und es kommt näher, aber was ist es? Es war 21:15 Uhr als aus dem Dickicht eine Sau austrat. Wir saßen wie erstarrt, keiner von uns beiden atmete mehr oder bewegte sich. Die Sau schaute genau in unsere Richtung und ging dann wieder ins Gebüsch zurück. Es war die Teller-Sau. Unverkennbar. Es war gar keine Zeit für ein leises Gefühl der Enttäuschung, weil sie schon wieder nur kurz ihr Haupt gezeigt hatte, denn schon knackte es noch lauter, von rechts oben und schwupp....stand die Sau mit den riesen Tellern, am frühen Abend, mitten auf der Kirrung. Ich fing so dermaßen an zu zittern bei dem Anblick, dass ich meinte der Hochsitz müsste umfallen. Das Sprichwort, mir springt das Herz aus der Brust....nun weiß ich wie sich das anfühlt. Es ist der blanke Wahnsinn. Ich hab so ein Adrenalin freigesetzt dass mein Herz hämmerte als ob es durch die Rippen ins Freie springe will. Ich konnte den Blick nicht von diesem faszinierendem Tier abwenden. Ich war erstarrt. Ich zwang mich ruhig zu atmen, es ging auch, aber mein Herz wollte einfach nicht aufhören zu hämmern. Ich redete innerlich mit mir selber, schimpfte dass ich in dem Zustand ja keinesfalls eine Waffe in die Hand nehmen kann, aber es half alles nichts. Die Sau war sogar ohne Fernglas als Überläuferkeiler ansprechbar. Mit Fernglas dann zum anfassen nah. Sie ging an die Kirrtrommel, schubste etwas, fraß etwas Mais und ging sofort wieder einige Schritte zurück Richtung Bestand. Sie erschien sehr unsicher und hektisch. Auf einmal drehte sie auf den Hinterbeinen und rannte ins Dickicht. Etwas hat sie erschreckt gehabt, aber wir waren es definitv nicht, so erstarrt wie ich da saß, nicht fähig mich zu bewegen. Ich war einfach nicht darauf vorbereitet gewesen eine Sau am hellichten Abend zu sehen.

Mein Gefühl sagte mir, nimm schonmal die Waffe und leg sie aus dem Fenster, aber von all den Malen wo ich mitgegangen war wusste ich, erst wenn sie in den sogenannten Fressrausch verfallen und wie irre mit der Kirrtrommel "spielen", kann man sich unbemerkt vorbereiten. Zudem musste ich mich auch erst wieder unter Kontrolle bekommen. Das dauerte ein klein wenig, ging dann aber schnell wieder vorbei, denn *knack* *knack* stand die Sau wieder an der Kirrung. Es war nun 21.30 Uhr. Sie ging nicht zur Kirrtrommel, sondern zog zum Malbaum und schrubbte sich die Schwarte. Es war wunderschön, einfach einmalig. Ich hatte mich wieder unter Kontrolle und habe einfach nur den Anblick genossen. Am Malbaum muss sie sich aber was eingeworfen haben, denn anschließen war sie eine Sau auf Extasy. Keine Sekunde blieb sie ruhig stehen, sicherte immer wieder teils hektisch in das dem Wildacker gegenüberliegende Dickicht und 10 Minuten später verschwand sie wie angestochen von jetzt auf gleich. Stille. Bestimmt eine halbe Stunde. Dann knackte es wieder und man hörte genau wie die Sau wie ein Tiger im Käfig hin- und herlief. Sie wollte unbedingt zur Kirrung, aber irgendwas hinderte sie daran. Uns dürfte sie nicht mitbekommen haben und wir vermuten dass die Rotte Sauen irgendwo in dem Dickicht lag wo die Teller-Sau ständig hingeschaut hat. Nachdem dann lange Zeit alles ruhig blieb konnten wir relativ sicher sein dass die Sau nicht mehr kommen würde und wir sind abgebaumt und nach Hause. Ich war schon ein wenig gefrustet, aber mein Freund sagte mir ja schon unzählige Male vorher, Sauenjagd kann sehr frustrierend sein. Aber der Anblick am hellichten Abend, das Schubbern am Malbaum, die Beobachtungen, all das ist eine wunderschöne Erinnerung. Besonders jetzt, denn....

....es folgte Samstag der 19.Mai. Den ganzen Tag über haben wir wie blöde am Haus und Garten geschuftet. Den alten Golf 3 wieder zum laufen gebracht und das bei der Affenhitze. Training mit Aston musste ich an dem Tag leider absagen. Das hätten wir zeitlich alles nicht geschafft. Gegen Abend meinte Timm....und, gehen wir heute Abend raus? Jupp, tun wir. Ich hatte kein gutes Gefühl, dachte nicht dass die Sau nochmal so früh kommen würde und zudem taten mir die Knie und der Rücken weh vom Hof säubern, Unkraut rausrupfen, freischneiden und all dem Mist. Gegen 20:45 Uhr saßen wir im Auto. Motor starten und Radio geht an. Ups, Champions League Finale. Wir gucken uns an....oder willst Du lieber Frußball gucken frage ich? Nein meint er, entscheide aber Du. Hmmmm....ich war so kurz davor zu sagen, komm lass uns wieder reingehen. Irgendwas in mir aber sagte, nein tus nicht. Tat ich also auch nicht und es folgte ein Abend voller Emotionen. Wir sind mit dem Auto kurz aus dem Dorf raus um dann in den Weg hoch zum Weiberstein einzubiegen. Der ist für den normalen Verkehr gesperrt. Schon beim Weg hinauf stand ein Schmalreh schön friedlich äsend am Raps. Okay, langsam fahren, noch langsamer fahren....ähm...kannste mal bitte weggehen? Danke und weiter gings bis ganz hinauf. Rechts auf dem Feld ein Hase. Links in den Weg einbiegen und bis zur Mitte fahren. Da stand auf der Wiese ein weibliches Stück Rehwild und äste. Es schaut zu uns als wir angefahren kamen, dachte aber nicht daran zu gehen. Wir hielten an wo wir parken wollten und das Reh sagte sich weiterhin...nöö. Und nun? Wenn wir aussteigen könnte es in die Flucht geschlagen werden und schrecken. Das wär ziemlich unprima. Da saßen wir nun gefangen im Auto. Ich hob meine Hand und winkte ein wenig. Keine Reaktion, sie guckte zwar, aber winkte nicht zurück ;-)Frechheit. Wir öffneten dann die Türen. Es äste weiter und schaute immer mal weider zu uns. Gibt es doch gar nicht sowas. Wir stiegen aus und blieben am Auto stehen. Das Reh hatte erbarmen mit uns, drehte sich um und zog langsam die Wiese hinunter und verschwand aus unserem Blickfeld. Fernglas, Sitzkissen und Waffe geschulter und los gings. Kaum ein paar Schritte gegangen sahen wir auf dem linken Acker zwei Hasen die sich kreuz und quer durch die Gegend jagten. Das war so ein schöner Anblick dass wir erst noch einen Moment stehen blieben um die beiden zu beobachten. Dann aber wurde es Zeit, es war schon 21 Uhr und wir brauchten noch gut 10 Minuten bis zum Sitz. So pirschten wir leise vor uns hin und saßen letztendlich um 21:10 Uhr auf unserem Ansitz. Ich war etwas müde und mir taten die Knie jetzt so richtig weh. Selber Schuld wenn so blöde ist und auf bloßen Knien durch die Gegend robbt wegen Unkraut anstatt sich ein Kissen drunter zu klemmen. Nach knapp 15 Min. sagte ich zu Timm, irgendwie ist es heute viel zu still. Tatsächlich war es totenstill. Kein Vogel zwitscherte, kein Wind wehte der die Blätter an den Bäumen zum singen bringt. Kaum ausgesprochen kreischen auf einmal Krähen los. Mordstheater. Es ist 21:30 Uhr. Es ist hell. Es knackt. Und von jetzt auf gleich steht ein Schwein auf der Fläche. Diesmal hat es mich nicht wie ein Schlag getroffen und ich bin auch nicht erstarrt. Die Teller sind unverkennbar, aber dennoch, Fernglas hoch und ansprechen. Ja, es ist der Überläuferkeiler. Und diesmal nicht auf Extasy. Er geht zur Kirrtrommel und fängt an zu spielen. Aus dem Augenwinkel sehe ich wie mein Freund zur Waffe zeigt und den Daumen hochhebt. Ich greife nach links neben mir in die Ecke und ohne den Blick vom Schwein zu wenden hebe ich die Waffe auf und lege sie schonmal so dass ich sie aus dem Fenster richten kann. Beim Griff der Waffe fängt mein Körper an das Adrenalin auszustoßen. Aber diesmal habe ich es im Griff. Ich bin angespannt, aber ich zitter nicht. Okay, die Sau dreht sich mit dem Hintern zu uns. Waffe rauslegen, innehalten, nicht bewegen. Die Sau dreht sich wieder, geht Richtung Wildkamera und dreht wieder ab um an die Kirrtrommel zu gehen. Der Moment ist gut, ich steh auf und setz mich auf meinen Fuß den ich auf der Sitzbank positioniere. Ich bin zu klein um im sitzen zu schießen. Die Sau, immer noch mit Hintern zu uns, bekommt nichts von meinen akrobatischen Fähigkeiten mit. Ich bringe nun noch mein linkes Bein in Position da ich nur halb auf diesem stehe und lehne mich um etwas mehr Halt zu haben an die linke Seite vom Sitz. Und dann geh ich Doofnuss her und hebe die rechte Hand um den Leuchtpunkt anzuschalten. Aaahhhh....gehts noch? Es ist taghell und ich mach den Leuchtpunkt an, blöder geht ja schon nicht mehr.

Die Sau macht sich weg. Ich guck meinen Freund an und er flüstert nur leise, die kommt wieder, die hat uns nicht mitbekommen, bzw. die Handbewegung konnte sie wohl sehen, aber nicht der Gefahrenquelle Mensch zuordnen. Er hatte Recht. Es dauerte keine Minute da stand sie wieder mitten auf der Fläche. Nun war es soweit. Der Moment auf den ich so lange gewartet habe, auf den ich mich so gut es ging vorbereitet habe. Und doch, es war so anders als all die Male wo ich meinen Freund bei der Sauenjagd begleitet habe. Um mich herum war nichts mehr. Nur die Sau und ich. Schon gut 20 Minuten hielt ich diese extrem unbequeme Stellung aus und hatte die Sau im Visier. Man spürt den Schmerz der sich breitmacht wenn man so lange halb sitzend/stehend auf seinem Fuß verbringt, aber man blendet das einfach aus. Ein paar Mal stand sie breit, aber ich spürte dass es nicht der richtige Moment war. Nun waren 30 Minuten vergangen und sie kam noch ein Stück näher ran. Spielte wieder mit der Kirrtrommel und verharrte auf einmal. Ich hatte die Waffe im Anschlag, schaute durchs Zielfernrohr, entsicherte dabei die Waffe und zielte mit dem Absehen aufs Herz, legte den Finger an den Abzug und zog langsam aber stetig durch. Es knallte, ich sah das Mündungsfeuer im Zielfernrohr, ich repetierte durch und sah wie die Sau abging. Ich sicherte die Waffe sofort und währenddessen konnte man sehen wie die Sau in der Flucht zeichete. Keiner rührte sich, keiner atmete. Wir sahen wie sie erst am Acker längs und dann rechts ins Dickicht floh. Dann war es still. Kurz darauf raschelte etwas laut, dann wieder Stille. Totenstille nenne ich das. Ein Moment der nicht wirklich zu beschreiben ist. Ich stellte die Waffe weg, setzte mich hin und fing am ganzen Körper an zu zittern. Das habe ich immer wenn ich schieße, beim Schuss selber bin ich sowas von ruhig, aber danach muss die Anspannung raus. Ich kann das auch nicht kontrollieren, nur diesmal war es richtig schlimm. Oh Gott dachte ich nur, hab ich tatsächlich meine erste Sau geschossen? Wir warteten noch eine angemessene Zeit um dem Tier die Chance zu geben in Ruhe zu verenden. Wir baumten ab und gingen zum Anschuß. Kein Schweiß, ich leicht in Panik. Kann nicht sein, überhaupt nicht, ich wußte dass ich getroffen habe, ich wußte es ganz genau, innerlich. Aber in dem Moment zweifelt man dann doch. Naja, nur einen Meter weiter fanden wir dann Schweiß und Anschuss. Alles deutete daraufhin dass ich das Herz getroffen hatte. Wir gingen der Fährte nach, der Erfahrung nach muss sie eigentlich liegen. Doch die Schweißfährte hörte auf einmal auf. Okay, nicht lange rumlaufen und suchen und zertrampeln. Nach Hause und Hund holen. Währenddessen noch einen Freund angerufen der auch hier jagen geht und das Auto von Timms Vater geholt damit wir direkt bis zum Sitz fahren konnten. Diese Gedanken die ich dann hatte waren für mich ganz furchtbar. Was ist wenn die Sau noch lebt und sich nun quälen muss wegen mir. Ich machte mir auf einmal solche Vorwürfe. Und das obwohl ich doch innerlich genau wußte dass ich gut abgekommen war und der Anschuss sprach seine eigene Sprache die nicht lügen kann. Aber es wäre für mich unerträglich wenn ein Tier wegen mir leiden müsste. Wir kamen kurz darauf wieder am Sitz an und Ich hatte Aston am Riemen, Timm und B. gingen bewaffnet hinter mir her. Man weiß ja nie, sicher ist sicher.

Ich setzte Aston an, er roch die Erde ab und ging zielstrebig die Richtung die die Sau gegangen ist. An der Stelle wo der Schweiß plötzlich aufhörte hielt auch Aston inne und ich dachte eine Sekunde...oh Nein, bitte nicht. Doch ich weiß dass ich Aston vertrauen kann, all die Male die er uns und andere immer sicher zum Stück gebracht hat. Vertrau Deinem Hund, er ist gut und er hat eine super feine Nase. Aston nahm die Nase hoch, witterte in der Luft, umschlug das Gebüsch wo die Fährte geendet hatte und auf der anderen Seite nach links versetzt nahm er die Nase wieder runter und ich konnte schon sehen dass ich durch Schweiß gelatscht bin. Es wurd immer mehr und als Aston auf einmal die Nase ganz hochnahm und das Tempo anzog wusste ich, wir sind kurz vor der Sau. Und dann hüpfte Aston um etwas herum und gab laut. Da lag sie. Meine allererste Sau. Ich hab meinen Hund umarmt so feste wie noch nie. Es hat mir sehr viel bedeutet dass mein Hund meine erste Sau gefunden hat. Er bekam als Belohnung meinen Handschuh zum tragen und ich befreite ihn vom Riemen. Timm holte der weil das Auto. Ich kniete mich vor der Sau nieder, legte kurz meine Hand auf ihr Haupt und habe gesagt...es tut mir leid. B. fragte zwar dann, was machst Du denn da? Aber letztendlich verstand auch er was meine Geste bedeutet und ab da war es für mich gut. Die Männers bargen die Sau und wir fuhren nach Hause wo schon Timms Vater auf uns wartete. Meine Güte, er hätte mich fast zerquetscht. Wir schauten alle nochmal die Zähne an, aber es blieb dabei, Überläuferkeiler. Aufgebrochen 44 kg schwer und hängend größer als ich ;-) Ich brach die Sau alleine auf, das war mir wichtig. Mittels Seilwinde haben wir sie hochbekommen so dass ich im hängen aufbrechen konnte. Als es daran ging das Schloss zu öffnen stieß ich an meine Grenze von der Kraft her, aber die beiden Männers feuerten mich an und ich wollte es so sehr dolle alleine machen dass ich es auch geschafft habe. Ich sah danach aus wie Sau und stank auch so. Trotz Einmalhandschuhe war ich bis zu den Ellbogen voller Schweiß. Beim aufbrechen bestätigte sich auch, ich hatte tatsächlich das Herz durchschossen. Ich hätte es lieber noch was besser gehabt, aber die Sau hat nicht lange leiden müssen. Und ganz zum Schluss, ich war schon fast fertig, rutsche ich mit dem Messer ab und schneide mir auf der Kuppe des linken Zeigefinfers ein Stück Fleisch weg. Nun blutete ich die Wildkamemr voll. Prima. Schnell säubern und Pflaster druff. Dann kam Timms Vater wieder mit einem Tablett und vier Gläsern Schnappes. Ich begang den Fehler und kippte es einfach runter, wow...ich vertrag das doch absolut nicht, aber bei der ersten Sau muss das sein. Nachdem die Sau nun hing um zu reifen, säuberten wir noch die Kammer und dann haben wir gemeinsam die Sau tot getrunken. Und so fühlte ich mich auch am nächsten Tag. Ziemlich tot *g*. Timm hatte an dem Tag noch ein Fußballspiel und hat tatsächlich ein Tor gemacht. Wie er das geschafft hat, alle Achtung. Aston bekam von mir ein Monstergroßes Leckerchen und ganz viele Knuddeleinheiten. Er ist so ein toller Hund. Einfach unbezahlbar.

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